Vorwort:Vorwort? Das fällt mir schwer. Viel lieber würde ich mein eigenes Nachwort schreiben. Das ist einfacher, da muss man nur bei unserer verehrten Regierung Anleihe nehmen und Kübel des Selbstlobes über sich ergießen. Ach, war ich gut, war ich nicht groß- und einzigartig? Mein klarer Blick für die Zukunft und bla, bla, bla.
Genug der Rummerkelei.
Ich wünsche mir, dass Sie an den Seiten Freude finden und hier und da auch in Nachdenklichkeit verweilen. Lachen und Lachen sind zwei verschiedene Dinge. Friedrich Engels widmete einen großen Artikel zum Thema Arbeit und Menschwerdung des Affen. Er war Optimist und konnte weder G. W. Bush und Co. noch die heutige Arbeitsmarktsituation oder den Auftrag unserer zeitgemäßen Medien vorausahnen. Im Moment scheint eine radikale Umkehrung des Prozesses „Menschwerdung“ abzulaufen. Es ist zumindest mein Eindruck, der sich aus dem Konsum des ausgestrahlten „Humors“ ergibt. E ist allerdings kein Widerspruch zu Engels These. Er verknüpfte die Menschwerdung des Affen an die Arbeit. Na ja, je weniger in Arbeit stehen ..... Es macht schon Sinn.
Diese Art des Humors versuche ich zu meiden. Und sollte ich doch mal dem verordneten Flachsinn unterliegen erbitte ich angemessene Kritik und auch Verständnis. Die Umwelt formt (mehr oder weniger) das Säugetier. Selbst die Ratte ist ein erfolgreicher Anpasser, vermutlich gar das Optimum. Pardon, jetzt bin ich wider Willen wieder in der Politik gelandet.
Alle meine Zeichnungen entstehen seit 1997 auf einem WACOM - Zeichentablett. Ein Wunderwerk der Technik, ich möchte es nicht mehr missen. Allerdings sei für Nachahmer ein Hinweis auf Nebenwirkungen gestattet. Der Dauergebrauch lässt paar handwerkliche Fähigkeiten verkümmern. Ob gut oder schlecht, das muss der Nutzer selbst entscheiden. Naturgemäß entrückt man dem direkten Kontakt zwischen Papier/Leinwand und Stift/Pinsel. Porträtzeichnungen gelingen mir heute z. B. nur noch „mittelmäßig“. Auf der anderen Seite bietet die elektronische Zeichnerei jedoch viele neue Optionen, das Positive überwiegt eindeutig.
Ideale Partner für meine Bilder fand ich mit den Autoren U. S. Levin, Jörg Vogel und Jens Flieger. Sie schreiben so, wie ich denke. Damit fällt es leicht, das Bild zur Geschichte zu finden.
Als die letzte Notiz: Hier und da schaut in meinen Bildern mein Meister Artur Epperlein durch. Ich war nie Verteidigungsminister – es ist nie das pure Plagiat. Meine Verehrung des Lehrers gebe ich allerdings unbestritten zu und betrachte mich als Nachfahre seiner Schule.
